Highspeed war gestern, Docsis 3.1 ist heute

Verfasst von: Marc Störmer
Docsis 3.1
Docsis 3.1  Bild: Marc Störmer Quelle: Speedtest Unitymedia
Docsis 3.1, der Übertragungsstandart für HighSpeedInternet revolutioniert die Übertragungsraten. Schneller als erwartet überschlagen sich die möglichen Übertragungsraten innerhalb kürzester Zeit. Sprachen wir gestern noch von mehr als 150Mbit/s, so sind es heute nicht deutlich über 200 Mbit/s, es sind Geschwindigkeiten jenseits von einem Gigabit, die dem Endverbraucher jedoch nur schrittweise angeboten werden. Es gibt noch ein paar Hausaufgaben zu erledigen, die KNT (Kabelnetzbetreiber) müssen die Netzte bereinigen. 

Docsis - Data over Cable Services Interface Specification - wird benötigt, um Daten über Koaxialkabel zu übertragen. Da sich Koaxialkabel anders als Kupferkabel oder Ethernet verhält, musste ein Übertragungsverfahren entwickelt werden, womit Daten sicher über das Koaxialkabel übertragen werden können. Die hohe Übertragungsrate wird durch QoS,  Qualität of Service  und Channel Bonding erreicht. Während die Entwicklung von Docsis 1.0 über 1.1 bis zu 3.0 die Integration von Diensten wie VoIP und VoD brachten, wird die Erweiterung zur Version 3.1 vorrangig auf die Erhöhung der Bandbreite ausgelegt sein. Wenn schon mit Docsis 3.0 im Jahr 2012 auf der Angacom demonstriert mehr als 1.5Gbit übertragen werden konnte, was kann dann Docsis 3.1?

Übertragungsraten bis zu 10Gbit/s

Doch damit nicht genug. Mittelfristig planen die Kabelnetzbetreiber Geschwindigkeiten bis zu 10Gbit/s in die Haushalte zu liefern. Damit dürfte sich die Ausrichtung der Haushalte in Richtung FTTH noch ein Weilchen verzögern, denn bei solchen Bandbreiten ist auf dem Markt noch einiges zu revolutionieren um diesen Datendurst zu stillen. Anbieter von Diensten und Services müssen entsprechende Upload-Raten zur Verfügung stellen. Zur Realisierung von solchen Downloadraten werden Verfahren wie Orthogonal Frequency Division Multiplexing OFDM, Orthogonal Frequency Multiple-Access OFDAM und eine Low-Density-Parity-Check-Code LDPC Fehlerkorrektur verwendet. Eine flächendeckende Versorgung wird schnell möglich sein, da die Bandbreite je nach Nachfrage erweitert werden wird.

Interessant für kleine und mittelständige Unternehmen

Durch die Bandbreitenerweiterungen werden die Kabelnetzbetreiber für KMU immer interessanter. Wenn bisher der Privatkunde im Fokus stand, erschließen sich die KNT nun weitere Geschäftsfelder. Unternehmen, die z.B: QoS anbieten und sogenannte BSoD - Business Service over Docsis - Unternehmen, die ein Interesse insbesondere auch an hohen Upload-Bandbreiten haben. Doch bevor es soweit ist, muss das OSS Operation Support System noch optimiert werden. Das Aufspielen und Anwenden von Konfigurationsdateien funktioniert derzeit noch nicht zu 100% fehlerfrei und könnte die Zufriedenheit der Businesskunden gefährden. Doch auch hier darf in Kürze mit funktionierenden Lösungen und modernem OSS gerechnet werden. Converged Cable Access Platform (CCAP) und Docsis jedenfalls versprechen eine rasend schnelle Zukunft.

Störfaktoren unsaubere und zum Teil unsichere Netze

Derzeit schlagen sich die KNT noch mit Aus- und Einstrahlenden Netzen herum. Mit Hochdruck werden Leckstellen gesucht und bereinigt. Eigens dafür haben sich die Hersteller von Messgeräten Gedanken macht und neue Lösungen gefunden. Leckstellen können durch in das Netz eingespeiste Codierte Signale  mittels GPS Ortung präzise lokalisiert und an die Servicepartner zur Bereinigung beauftragt werden. Dadurch ist die Netzqualität deutlich gestiegen. Auch die Installationsqualität ist deutlich gestiegen. Wichtige Themen wie die Erdung von bestehenden und neuen Anlagen sitzt derzeit bei allen Netzbetreibern auf Prio 1. Hier wird gnadenlos nachgebessert, so dass für den Endkunden durch die Kabelnetze keine Gefahren eines elektrischen Stromschlages ausgehen.

Suchbegriffe, Druckversion und Feedback

Artikel wurde veröffentlicht: vor PDF erzeugen Inhalt beanstanden
Artikelsignatur: Marc Störmer | Autoren-Ressort: mstoermer.reporters.de
Rotdornweg 2 | 65760 Eschborn
Telefon: 015161998077 | E-Mail: marc.stoermer@reporters.de

Ähnliche Themen

Feeds RSS Feeds