Der Winterkönig im Berliner Schlosspark - Theater

Verfasst von: Dipl. Päd. Selena Plaßmann
Ein Spaziergang durch die Geschichte des Schlosspark-Theaters lässt Erinnerungen an die goldenen zwanziger Jahre wach werden, als sich Berlin zur europäischen Kunstmetropole entwickelte und eine magische Anziehungskraft auf Künstler, Intellektuelle und Theaterleute ausübte. Heute ist das Schlosspark-Theater ein privat geführtes Theater. Dem Intendanten Dieter Hallervorden mit seinem Team ist es zu verdanken, dass dieses feine Theater wieder ein Ort für anspruchsvollen Kunstgenuss und übergreifende kulturelle Veranstaltungen geworden ist. Das Theaterschloss in Steglitz, in das ein König in gewissen Zeitabständen zum Regieren zurückkehrt, ist ein Geheimtipp bei den Berlinern!

Schon die dorischen Säulen am Eingang erinnern an die griechische Kultur mit ihren Dichtern, Architekten und Philosophen. Und in einem wahren Theaterschloss erscheint es völlig verständlich, dass es von Zeit zu Zeit von einem König aufgesucht wird. In diesem Winter tauchte König Dezember der II. unerwartet und gerade zum richtigen Zeitpunkt in seinem Schloss auf, als ein verzweifelter Büroangestellter, der glaubte all seine Träume verloren zu haben, seinem Leben ein Ende bereiten wollte. In einer autoritären, witzigen und praktischen Vorgehensweise setzte der König jedoch diesem Plan ein Ende.

Er stellte die vermeintliche Realität einfach auf den Kopf. Zwischen Argwohn und freudiger Erwartung hin und her gerissen, machte der Büroangestellte eine Metamorphose durch; reiste in seinen Vorstellungen bis zu den Sternen, wo ihm eine Fee Unsterblichkeit versprach, was ihn dann wiederum erschreckte bei dem Gedanken, dass sich dadurch sicherlich seine Rentenbeiträge erheblich erhöhen würden. Doch wer kann sich schon auf Dauer dem Einfluss eines Königs entziehen? Und dann noch einem, der unaufgefordert durch die eigenen gemieteten Wände stolziert und trotzig wettert, wenn seine Ansichten nicht geteilt werden. Und auch noch gerade zu den Zeitpunkten auf der Suche nach Gummibärchen oder Zuckerstücken ist, wenn man eigentlich seine Ruhe haben will?

“Am Ende bin ich nur ein Teil von allem. Ich bin das All selbst, und die Sterne sind in mir." Der Autor dieses modernen Erziehungsmärchens; Der kleine König Dezember ist Axel Hacke, der zu den bekanntesten deutschen Autoren zählt. Die Theaterinszenierung im Berliner Schlosspark -Theater hat das Publikum verzaubert.Kaum verlässt König Dezember der II. das Theater, reist dort eine andere erhabene königliche Gesellschaft an. King George V. (Dieter Hallervorden) mit seinem Gefolge! David Seidler ist der Autor des Theaterstückes The King`s Speach (2010), der mit der Verfilmung dieses historisch- biographischen Dramas als Drehbuchautor große Erfolg feierte,- ein sehenswertes Stück, das bis heute nicht an Aktualität verloren hat.

Wieder zeigt sich der besondere Akzent des Schlosspark-Theaters, der bis heute nichts an seiner früheren Besonderheit verloren hat. Die eloquente Sprache und die philosophische Hintergründigkeit.Und da in diesem entzückenden Theater gerne von Zeit zu Zeit die Aristrokratie weilt, ist es nicht verwunderlich, dass auch der Lügenbaron mit seinem Sinn für fabelhafte Geschichten sein Eintreffen schon angekündigt hat. Ganz seiner Diktion entsprechend lässt er sich erst einmal am 30. März um 11 Uhr bei einer kostenfreien Matinee feiern! Nähere Informationen zu dem Spielplan oder über die Aktivitäten des Freundeskreises Schlosspark-Theater Berlin sind zu finden unter: www.schlossparktheater.de und freundeskreis@schlossparktheater.de

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