Echter Salbei - vielseitiger Helfer aus der Naturapotheke

Verfasst von: Sylvia Haendschke
Echter Salbei (Salvia officinalis) zwischen Pimpinelle und Frauenmantel
Echter Salbei (Salvia officinalis) zwischen Pimpinelle und Frauenmantel  Bild: Sylvia Haendschke
Echter Salbei (Salvia officinalis) war schon im Mittelalter ein fester Bestandteil von Bauern- und Klostergärten, die für ihre heilenden Kräuter bekannt waren. Auch heute noch ist der aromatische Halbstrauch aus dem Mittelmeerraum ein Bestandteil der Naturheilkunde und darüber hinaus wissenschaftlich anerkannt. Aufgrund seiner antibakteriellen und entzündungshemmenden Wirkung findet er vor allem in Tees, Extrakten und Halsbonbons Verwendung.

Echter Salbei wird schon seit Jahrhunderten als Heilpflanze und Gewürz genutzt. Auf seine heilenden Fähigkeiten deutet schon sein botanischer Name Salvia officinalis hin. „Salvia“ wird vom lateinischen Wort „Salvare“ abgeleitet und bedeutet „heilen“. Und „offininalis“ weißt auf eine arzneiwirksame Pflanze. Denn früher hießen die Apotheken "Officin". Während die Römer den Salbei als Universalheilmittel verehrten und die Kelten seine vitalisierende Energie zu schätzen wussten, nutzten ihn arabische Ärzte im zehnten Jahrhundert für die Steigerung ihrer geistigen Fähigkeiten. Indianer in wüstenähnlichen Gegenden setzten ihn dafür ein, um ihren Flüssigkeitsverlust zu reduzieren, der durch das Schwitzen entsteht.

Breites Wirkstoffspektrum

Die Hauptkomponenten der Wirksamkeit von Salbei sind ätherische Öle, die einen Anteil von ca. 2,5 % ausmachen. Darunter befinden sich Kampfer und Thujon, die ihm eine sehr aromatische Note geben. Weiterhin liegen im Salbei 2 bis 6 % Gerbstoffe vor, vorzugsweise Rosmarinsäure, die eine entzündungs- und keimhemmende Wirkung besitzt. Der bittere Geschmack des Salbeis wird von Bitterstoffen wie Salvin dominiert, die anregend auf die Verdauung und antibakteriell wirken. Salbei sollte jedoch aufgrund seiner Thujone nicht in größeren Mengen zu sich genommen werden. Epileptiker und Schwangere sollten ganz auf Salbei verzichten!

Echter Salbei wirkt antimikrobiell und wundheilend

Salbei zählt zu den bekanntesten und bewährtesten natürlichen Heilmitteln, wenn es um Halsschmerzen, Heiserkeit und Zahnfleischproblemen geht. Früher, vor der Erfindung der Zahnbürste, rieben sich die Menschen Zahnfleisch und Zähne mit Salbeiblättern ab. Damit wurden Zahnbeläge entfernt, der Atem erfrischt und Bakterien abgetötet. Denn Salbei wirkt desinfizierend, antibakteriell und entzündungshemmend. Gleichzeitig beruhigt er die Schleimhäute und festigt die Zähne. Bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum wird heute noch gern abgekühlter Salbeitee zum Gurgeln verwendet. Und in vielen naturheilkundlichen Rezepturen für Zahnpasta befindet sich das ätherische Öl des echten Salbeis als Zutat.

Bei schlecht heilenden Wunden wird Salbeitee zur äußerlichen Anwendung als Auflage oder Waschung genutzt. Für die Anwendung bei Verdauungsproblemen sollte der Salbeitee ca. 10 Minuten ziehen. So werden mehr Bitterstoffe freigesetzt, die verdauungsfördernd wirken. Ein Auszug aus Salbei kann auch als Deodorant genutzt werden, da er mit adstringierenden (zusammenziehenden) und antiseptischen Wirkstoffen ausgestattet ist und somit die Schweißproduktion hemmt. Damit hilft er auch bei lästigem Nachtschweiß oder übermäßigem Schwitzen an Füßen und Händen. Darüber hinaus besitzt Salbei leichte östrogenartige Effekte. Deshalb dient er in Teemischungen gemeinsam mit Frauenmantel und Hopfen zur Harmonisierung bei nervösen Störungen in den Wechseljahren.

Leckerer Salbeihonig bei Halsschmerzen und Husten

Honig und Salbei ergänzen ihre starken Wirkungen vor allem für die Anwendung im Rachen und im Mund. Für leckeren Salbeihonig werden frische, klein geschnittene Blätter verwendet. Diese werden vorher gewaschen, mit dem Küchentuch trockengetupft und an der Luft nachgetrocknet. Als Honig eignet sich am besten ein flüssiger Honig wie zum Beispiel Akazien-, Tannen-, Pinien- oder Waldhonig, da die Blätter abfiltriert werden müssen. Geschnittene Salbeiblätter und Honig in ein gut verschließbares Glas füllen. Die Blätter sollten zwei Fingerbreit bedeckt sein. Bei Raumtemperatur werden anschließend die Wirkstoffe des Salbeis über zwei bis drei Wochen ausgezogen. Das Glas sollte während dieser Zeit täglich gedreht werden. Zum Schluss wird alles gut abfiltriert.

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