So wird der Kauf eines Ferienhauses nicht zum Desaster

Verfasst von: Rosalie Winter
Die EU-Harmonisierung hat im Hinblick auf Ferienimmobilien bisher nicht viel bewirkt.
Die EU-Harmonisierung hat im Hinblick auf Ferienimmobilien bisher nicht viel bewirkt.  Bild: Fotolia.de
Schnäppchen im Süden gefällig? Im Urlaub ist die Stimmung gut und schnell kommt der Gedanke nach einem eigenen Ferienhaus. Die Preise sind günstig, die Angebote oft verlockend. Dennoch: In jedem Land gelten andere Regeln. Wer ein Ferienhaus kaufen will, sollte eine genaue Marktrecherche vornehmen und sich nicht von der guten Urlaubsstimmung leiten lassen. Sonst wird aus dem Traum ein Albtraum.

Die Abende auf der Terrasse sind lauschig und das Städtchen liegt wirklich malerisch. Zum Strand ist es nur ein Katzensprung. Dazu Sonne fast das ganze Jahr über. Viele Deutsche fangen im Urlaub an, den Traum vom eigenen Ferienhaus zu träumen. In einigen Krisenländern sind die eigenen vier Wände tatsächlich günstig zu haben. Egal ob Spanien, Italien oder Griechenland: Ohne eine ausführliche Marktanalyse und gute Vor-Ort-Kenntnisse, sollte ein Kauf nicht vorgenommen werden. Denn trotz der europäischen Einigung bleiben teils gravierende Unterschiede in den Immobilienmärkten und der Käufer sollte Details zu beachten.

Denn die EU-Harmonisierung hat im Hinblick auf Ferienimmobilien bisher nicht viel bewirkt. Einer der größten Fehler den ein Kaufinteressent begehen kann, ist, sich zu wenig Zeit zu nehmen. Mit der Einstellung „Es wird schon gut gehen“, haben viele Käufer von Ferienimmobilien eine Bauchlandung erlebt. Doch wie bei jeder Immobilie, sind auch beim Ferienhaus drei Kriterien entscheidend: Die Lage. Die Lage. Die Lage. Sie entscheidet maßgeblich über Wert und Werthaltigkeit. Die wichtigsten Fragen dazu: Sind Apotheker und Ärzte in der Nähe? Wie steht um die Nahversorgung?

Welche Baumaßnahmen stehen in der näheren Umgebung an? Wie weit entfernt ist der Flughafen? Passt das Ferienhaus auch mittel- und langfristig in meine Lebensplanung? All das sollten Kaufinteressenten klären und dazu Lagen und Preise vergleichen. Schnelle Entscheidungen sind daher meist schlechte Entscheidungen.Eine objektive Entscheidungsfindung sollte dabei nicht durch die Urlaubsstimmung beeinflusst werden. Das trübt den Blick. Kritische und klare Erkenntnisprozesse sind dabei nicht zu erwarten. Vielen Ferienhaus-Projekten in den südeuropäischen Krisenländern stehen kurz vor der Insolvenz. Deswegen sind viele Appartements und Reihenhaus-Siedlungen auf dem Markt.

Das aber erhöht nicht die Chancen, ein Schnäppchen zu machen. Im Gegenteil: Aus dem Überangebot gilt es die guten von den schlechten Angeboten auszusortieren. Trügerisch wäre es, die heimischen - deutschen - Preise als Maßstab heranzuziehen. Vor diesem Hintergrund erscheinen die angepriesenen Maklerangebote aus der Urlaubsregion als günstig. Sehr günstig. Aber ist der günstige Preis auch angemessen für das Marktumfeld vor Ort? Der echte Wert eines Ferienhauses bemisst sich daran, für welchen Preis es sich später wieder verkaufen oder vermieten lässt. Um Fehlentscheidungen vorzubeugen hilft nur eine objektive Marktrecherche. Außerdem sollten sich Interessenten darüber informieren, was genau und wie viel Wohnfläche sie letztendlich bekommen.

Die Flächenberechnung in anderen Ländern erfolgt anders als in Deutschland. Dachschrägen werden demnach nicht von der Wohnfläche abgezogen, die Gesamtfläche erhöht sich dementsprechend. Auch können Keller und Dachböden - je nach Land - zur Wohnfläche zählen. Echte Probleme kann bekommen, wer vor dem Erwerb nicht sicherstellt, dass die Immobilie oder Teile davon nicht schwarz gebaut wurden. Wurde der Swimming-Pool schwarz errichtet oder wurden Baunormen nicht beachtet, haftet dafür der Käufer.Oder eine Garage wurde zum Büro umgebaut, darf aber laut Bescheid nur als Garage genutzt werden.

Auch für solche Fälle haftet der neue Eigentümer. Dazu kommt: Das Vertragsrecht unterscheidet sich von Land zu Land. In Italien und Spanien reicht ein unterschriebener Vorvertrag aus, um daraus einen gültigen Kauf abzuleiten. Tipp. Nie etwas auf die Schnelle unterschreiben - vor allem nicht ohne Besichtigung - auch keine Serviette, einen Bierdeckel oder Notizzettel. Denn all das könnte einen rechtskräftigen Kauf schon besiegeln. Wie schon erwähnt: Die EU-Harmonisierung hat im Hinblick auf Ferienimmobilien leider bisher nicht allzu viel bewirkt und so verbleiben beim Käufer erhebliche Risiken.

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Artikelsignatur: Rosalie Winter | Autoren-Ressort: http://www.rosa.reporters.de
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